Geschichte

Über 85 Jahre Entenweiher

Vom kühnen Plan mit Hirschpark über Kriegsjahre, Feste und Krisen bis zur neuen Voliere: So wurde der Weiher im Ischlag zu dem, was er heute ist.

Chronik

Die wichtigsten Stationen

  • Ab 1936Vier Menziker planen im Ischlag, am Waldrand des Sonnenbergs, ein Naherholungsgebiet für das Dorf: einen Entenweiher, eine Vogelvoliere und sogar einen Hirschpark Richtung Reinach.
  • Frühjahr 1939Offizielle Gründung des Weihervereins. Im Sommer beginnt der Bau der Anlage.
  • Kriegsausbruch 1939Zement wird rationiert. Der Hirschpark wird gestrichen, zuerst entsteht der Entenweiher – noch im selben Jahr ist er fertig.
  • KriegsjahrePolnische Internierte bauen das Clubhaus, liebevoll «Paradiesli» genannt. Es steht bis heute fast im Originalzustand.
  • Frühe 1950er-JahreIn der umzäunten Anlage entstehen die ersten Volieren. Sie werden über die Jahrzehnte mehrfach umgebaut.
  • Im Wandel der ZeitAls «Kaninchen- und Geflügelverein», «Ornithologischer Verein» oder «Natur- und Vogelschutzverein Menziken» – Fusionen prägten den Namen, nicht aber den Grundgedanken.
  • 21. September 2001Der «Weiherverein Ischlag» wird als eigenständiger Verein gegründet und kümmert sich seither um Weiher, Tiere und Clubhaus.
  • 2002 – 2008Das «Zmorge im Wald» wird zum Publikumsmagneten: von rund 100 Gästen 2002 auf über 300 im Jahr 2008. 2006 steht erstmals ein Festzelt für 100 Personen.
  • 2007Die Gemeinde erneuert die sieben Meter tiefe Brunnstube der eigenen Quelle – die Wasserversorgung des Weihers ist wieder gesichert. Erstmals erleben Kinder der Schule Menziken im Ferienpass einen Tag am Weiher.
  • 2008Ein Novum: Pfeifenten ziehen am Weiher sieben Junge gross. Im Herbst findet das erste Schinkli- und Gnagiessen statt.
  • 200970 Jahre Weiherverein.
  • 2010 – 2011Die Elektroinstallation wird komplett erneuert, der ganze Zaun ersetzt. Am «Zmorge im Wald» 2011 wird die neue Vereinsfahne eingeweiht.
  • 2016Bei Holzerarbeiten stürzt ein Baum auf das «Paradiesli». Dach und Pergola werden neu gedeckt, ein Jahr später auch das Dach der Voliere.
  • 201980 Jahre Weiherverein: Gefeiert wird mit einem grossen «Zmorge im Wald» und Livemusik. Am Weiher leben damals 13 Enten, über 100 Fische, rund 70 Vögel, Papageien, Wachteln und Schildkröten.
  • 2020 – 2021Wegen Corona fallen alle Anlässe aus. Ein Spendenaufruf zeigt, wie gross der Rückhalt in der Region ist: Es kommen viele grosse und kleine Spenden zusammen.
  • 2021 – 2022Grosse Umbauarbeiten: mehr Licht durch Rückschnitt, Marderschutz rund um das Gelände, LED-Beleuchtung, neue Bepflanzung, ein neues Holzbrüggli und eine gründliche Weiherreinigung.
  • 2022Die alte Voliere entspricht nicht mehr den heutigen Tierschutzvorgaben, ein Neubau am bisherigen Standort wird nicht bewilligt. Die Vögel ziehen in einen Vogelpark, am Weiher bleiben Enten, Fische und Schildkröten.
  • 2023Beinahe hätte sich der Verein aufgelöst. Doch im Januar springen zwei Menziker ein, im Februar wählt die Generalversammlung einstimmig einen neuen Vorstand. Der Neustart gelingt.
  • 2024 – 2025Helfer erneuern die Voliere in Eigenleistung. An Auffahrt 2025 wird sie eröffnet – seither leben dort wieder Amazonen, Agaporniden, Kanarienvögel und Zebrafinken.
  • Heute – und morgenEin Ort der Ruhe für Tiere und Menschen. Damit es den Weiher auch in 85 Jahren noch gibt, braucht es die nächste Generation.
Helfer machen Pause vor dem Clubhaus «Paradiesli» Das neue Holzbrüggli über dem Weiher Agaporniden in der 2025 eröffneten Voliere
Gut zu wissen

Geschichten aus dem Ischlag

Aus Protokollen, Jahresberichten und Zeitungsartikeln von über zwei Jahrzehnten.

Das «Paradiesli»

So heisst unser Clubhaus. Gebaut in den Kriegsjahren von polnischen Internierten, ist es seit Jahrzehnten Küche, Sitzungszimmer und Treffpunkt in einem.

120'000 Liter

So viel Wasser fasst der Weiher. Gespeist wird er von einer eigenen Quelle. Nach der Weiherreinigung half oft die Feuerwehr Menziken beim Auffüllen – zur Freude vieler Kinder, die zuschauten.

Gäste vom Hallwilersee

Viele Enten am Weiher sind Wildenten. Sie fliegen täglich vom rund 1,5 Kilometer entfernten Hallwilersee herüber. Zeitweise sollen es bis zu 120 gewesen sein.

365 Tage im Jahr

Die Tiere brauchen jeden Tag Futter – auch an Weihnachten. Ein Weiherbetreuer übernahm diese Aufgabe fast 40 Jahre lang, bevor er 2002 in den Ruhestand ging.

Die wundersame Fischvermehrung

2006 wurden dem Verein zehn Fische geschenkt – kurz darauf schwammen 30 im Weiher. Die Polizei klärte auf: Sie stammten aus einer Ausstellung. Der Besitzer liess sie dem Verein als Geschenk.

Eine eigene Fahne

Seit 2011 hat der Verein eine eigene Fahne. Gesponsert von einer Wirtin aus Reinach, wurde sie am «Zmorge im Wald» mit einem Cüpli für alle eingeweiht.

Traditionen

Was das Vereinsleben prägt

Helfer im abgelassenen Weiher bei der Reinigung
Frühling

Weiherreinigung

Früher am Karsamstag ab 6.30 Uhr: Wasser ablassen, Fische umsiedeln, Schlamm raus, Mauern schrubben – und danach ein Bier.

Vereinsmitglieder und Gäste vor dem Clubhaus am Weiher
Einmal im Jahr

Grillanlass am Weiher

Würste und Getränke sind gratis, eine Spendenbox steht bereit – und der Anlass ist jedes Mal gut besucht.

Ein Entenküken in einer Hand
2007 – 2012

Ferienpass

Schulkinder aus Menziken besuchten die Voliere, gingen auf Tier-Pirsch im Wald und brätelten am Feuer.

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Seit 1939 halten Mitglieder und Helfer den Weiher am Leben. Als Mitglied für CHF 30.– pro Jahr sorgst du dafür, dass die Geschichte weitergeht.

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Ein Helfer trägt lachend einen Teil des neuen Holzbrüggli